Lisanne hatte das Wochenende geplant und nur angekündigt, dass wir am nächsten Morgen für ein dem Internet folgend sehr gutes Frühstück in einem Cafe, das keine Reservierungen zulässt, sehr früh aufstehen müssten. Philipp hat das nicht weiter hinterfragt und so sind wir am nächsten Morgen bereits bei Sonnenaufgang wieder unterwegs gewesen. Der Weg führte durch die noch morgennebelverhangene grüne Hügellandschaft und über die Straße, an der auch das Hobbiton Movie Set liegt. Aber nichtmal als Lisanne sagte, wir müsste auf den Parkplatz einbiegen, ahnte Philipp, was wir wirklich vorhatten- immerhin gibt es bei dem dortigen Besucherzentrum auch ein Café! Aber Lisanne hatte etwas sehr besonderes geplant und wenige Tage zuvor ein paar besondere Tickets ergattern können: Wir würden auf die „Second Breakfast“-Tour gehen!
Es ist die erste Tour des Tages, was bedeutet, dass wir kurz nachdem sich die Nebelschwaden verzogen hatten bereits im Bus zum Startpunkt der Tour waren. Vor uns lag das Set in völliger Stille, ohne die Besuchermassen, die sich sonst immer wieder ins Blickfeld schieben (und die uns folgten). Das allein war schon ein besonderes Erlebnis und es fühlte sich zudem so an, als hätten wir ein bisschen mehr Zeit, um in Ruhe über die Wege zu spazieren. Vielleicht lag das auch daran, dass wir vieles schon gesehen hatten und deshalb die neuen Eindrücke besser einsortieren konnten. Kurz nachdem wir auf der Festwiese ein bisschen Zeit verbracht hatten, erwartete uns etwas völlig Neues: Wir durften durch eine der Hobbithöhlen des Beutelhaldenwegs laufen! Dieser Teil des Sets ist eine Erweiterung, die vor zwei Jahren fertig gestellt wurde und dem dringenden Bedürfnis vermutlich aller Besucher nachkommt, zu sehen, wie es hinter alle den kleinen runden Türen aussehen mag.
Wir wurden ausdrücklich dazu aufgefordert alles anzufassen (außer dem Kaminfeuer), es gab so viel zu entdecken und alles war so detailreich, durchdacht und liebevoll gestaltet, dass der Eindruck entstand, wir hätten uns tatsächlich kurz in einer belebten Höhle umgesehen, deren Bewohner hinter der nächsten Ecke warten mussten. Unweigerlich mussten wir viel zu früh weiterziehen, um der nächsten Besuchergruppe Platz zu machen. Damit war die Tour aber bei Weitem noch nicht vorbei:
Der obligatorische Zwischenhalt im Grünen Drachen mit einem Gingerbeer fehlte natürlich auch nicht, aber dann wurden wir zum Mühlengebäude zurück geführt, dass man sonst in erster Linie als ein Kulissenteil mit Außenwirkung wahrnimmt. Doch es stellte sich heraus, dass das Innere Platz für eine riesige, stilsicher dekorierte Tafel bietet, an der uns ein sehr umfangreiches Frühstück erwartete. Quasi als komplett magenfüllendes Entree bekamen wir, weil wir die vegetarische Option gebucht hatten, zusätzlich einen vollen Teller mit verschiedenem gebackenen Gemüse und Pilzen – weit mehr als notwendig gewesen wäre, denn es hätte genügend vegetarische Speisen auf dem Tisch gegeben. Nach ca. einer Stunde genussvollen Schlemmens ging es dann mit einem kurzen Spaziergang zurück zu dem Punkt, von dem uns ein Bus zurück zum Eingang fuhr. Wirklich ein Frühstück in einem sehr besonderen Lokal. Besser hätte der Morgen nicht verlaufen können!
Eigentlich waren wir schon mit Eindrücken für den Tag gesättigt, nutzen aber die Gelegenheit für einen kleinen Ausflug zu den Blue Springs in der Nähe, von wo ein erheblicher Teil des in Neuseeland verkauften abgepackten Trinkwassers stammt. Mit dieser Idee waren wir nicht allein und während wir hier vor drei Jahren fast allein waren, wurde es auf dem Besucherweg entlang des Flusses diesmal sogar fast eng! Das lag mit Sicherheit an dem langen Wochenende- besonders viele Familien machten hier einen Sonntagnachmittagsausflug.
Um den Tag perfekt abzurunden, beschlossen wir auf dem Rückweg in Hamilton halt zu machen. Im dortigen Spielecafe hatten wir bereits letztes Jahr eine sehr gute Zeit, als wir den ersten von Johannes Gutscheinen einlösten, die er uns in einem unnachahmlichen Geschenk zur Hochzeit geschenkt hatte. Und auch diesmal kamen wir voll auf unsere Kosten und hatten sehr viel Spaß mit „Burgen von Burgund“. Die hier üblichen Ladenschlusszeiten sorgten dafür, dass wir anschließend noch sehr entspannt zurück nach Auckland fuhren. Was für ein rundum gutes Wochenende!

























